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Ich ging wie jedes Jahr 5 Tage vor meinem Geburtstag spazieren, durch den großen Wald, der neben meiner neuen Wohnsiedlung lag.
Ich nahm einen großen Umweg um spazieren zu gehen, da es einen sagenumwobenen, sehr dunklen und schreckenerregenden Abschnitt im Zentrum des Waldes gab.
Mit meinen fast 21 Jahren hätte ich eigentlich keine Angst vor so etwas haben dürfen, da ich ja schon wusste, was es auf der Welt gibt und was niemals existieren könnte, doch die Geschichten von Untoten und Monster beeindruckten mich doch immer wieder.
Als es schon langsam dunkel wurde, merkte ich auch, wie die riesigen, nadelbewährten Bäume um mich herum zu nahmen.
Ich machte mich auf den Rückweg, der leider grob 2 Stunden dauern würde, wenn ich nicht diese finstere Abkürzung nähme.
Ich überwand meine Zweifel und bewegte mich zu dem nächsten Weg in Richtung Waldmitte voran. Auf dem inzwischen schnellen Marsch merkte ich, dass um mich herum die Nadelbäume abnahmen und Laubbäume auftauchten.
Vor dem Portal aus Bäumen, das mich in die pure Finsternis leiten würde, wurde mir schon schwindelig, als ich die Einsamkeit und Schwärze vernahm. Aus Zeitdruck ging ich nun doch hindurch und bedauerte meine Entscheidung nach kurzer Zeit, denn ich sah durch die winzigen Löcher zwischen Blättern und Nadeln nur wenige Flecken Licht auf dem Waldboden. Ich blickte nun zurück auf den Eingang und erkannte nur noch fahles Licht, das anscheinend durch Regenwolken aufkam.
Als ich nun schon lange unterwegs war im Abgrund des Lichts, hörte ich plötzlich, als hätte ich es nicht schon vorher geahnt, Regen auf dem Blätterdach, doch ich wurde nicht nass.
Selbst der Donner schien gedämpft von der gewaltigen Masse an Blättern über mir, und von Blitzen war gar nichts mehr zu sehen.
Nach mehreren Stunden schaute ich auf meine Uhr, da ich langsam die Geduld verlor, wann ich denn endlich daheim sein würde, doch sie zeigte gerade 17 Minuten Zeitunterschied an.
Der Regen hörte auf und ich hörte fortan nur noch meine Schritte. Auch von den Monstern hörte ich keine Anzeichen, doch ging ich trotzdem immer schneller.
Die letzten Lichtstrahlen hatten auch schon aufgehört, den Weg zu beleuchten, also musste ich mir in dieser Nachtschwärze mit Hilfe meiner Uhr den Weg leuchten, von dem ich alle paar Schritte wieder abzuweichen drohte.
Inzwischen wäre ich froh gewesen, wenn mir so ein Monster über den Weg gelaufen wäre, doch die Einsamkeit war grenzenlos.
Eine halbe Stunde, nach der Uhr zu urteilen, später kam ich unerwartet auf eine Lichtung die von den Sternen hell erleuchtet wurde. Ich sah zunächst nichts, da sich meine Augen nicht auf diese ungewohnte Menge an Licht einstellen konnten.
Während dieser Minuten in denen ich förmlich geblendet war, setzte ich mich auf den eigentlich feuchten Boden, der aber zu meinem Erstaunen und Entsetzen staubtrocken war.
Mit der Zeit nahm ich immer mehr wahr. Erst erkannte ich nur Umrisse von Bäumen und Felsbrocken, dann bemerkte ich dass diese Felsbrocken zu nahe und geordnet aneinander lagen, als dass das eine Laune der Natur hätte sein können.
Es dauerte fast eine viertel Stunde bis ich wieder etwas genaues sah, doch ich machte mir keine Sorgen mehr wegen Urwelttieren oder dem Zeitdruck.
Hier war es wunderschön, doch saß ich anscheinend inmitten einer alten Ruine, was diesem Ort eine heilige Aura gab.

Mir wurde es mit einem Schlag sehr kalt, doch ich nahm mich zusammen und stand wieder auf, um weiter zu gehen. Mir fiel beim überqueren der Lichtung etwas weißes auf, dass auf einem dieser gigantischen Steine lag.
Ich schlich näher zu dieser fremden Gestalt, und als ich auf etwa dreißig Schritte heran war, konnte ich erkennen, dass es ein Mädchen war, von etwa 19 Jahren, was mir einen Funken Hoffnung gab, dass ich doch nicht so alleine hier sei.
Ich ging langsam auf sie zu, doch sie zeigte keine Reaktion, auch als ich auf einen Zweig trat, der unter lautem Krachen zerbrach, war kein Reflex zu bemerken.
Während ich näher ans sie heran trat, versuchte ich möglichst laut und ungeschickt aufzutreten, doch sie lag weiterhin da, wie versteinert.
Ihre recht kurzen bräunlichen Haare glitten im leichten Wind auf ihrem Kleid hin und her, doch sie erwachte nicht.
Nun war der Stein nur noch wenige Schritte entfernt und ich konnte ihr Gesicht erkennen.
Sie verzauberte mich sofort mit den weichen Formen. Fast schon sah sie aus wie eine Elfe, zerbrechlich, zart, unwirklich und wunderschön, doch fehlte ihr jegliches Leben.
Ich trat nun ganz an den Stein heran und fasste ihre Hand, die schlaff vom Stein herunter hing, doch zu meinem Schrecken war sie eisig kalt. Mir lief ein eisiger Schauer über den Rücken, der meinen Herzschlag gleichzeitig unermesslich hoch steigerte.
Die nächste Körperfunktion die ich testete ohne zu nahe an sie heranzutreten, war der Puls. An ihrem Handgelenk war ein äußerst flacher Puls vorhanden, was meinen Herzschlag etwas absenkte.
Ich prüfte in der Hoffnung, dass sie nur unterkühlt sei, noch mal ihren Puls am Oberarm, der dort zu meiner Befriedigung wesentlich deutlicher zu spüren war.
Als ich einen weiteren Schritt tat, um besser zu ihrem Kopf zu gelangen, schlug sie ihre Augen auf. Ein eisiger Wind kam auf, doch in mir wurde es immer wärmer, als ich in ihre azurblauen Augen sah.
Sie erschien mir wie ein wahrhaftiger Engel in ihrem weißen, schulterfreien Gewand, der nicht wie die biblischen Engel blonde, sondern fließende braune Haare und zauberhafte blaue Augen besaß.
Mit diesem Blick verliebte ich mich auf der Stelle in sie.
Sie schaute mir in die Augen, und wie durch Magie senkte ich meinen Kopf näher zu ihrem.
Ich konnte mich nicht mehr wirklich selbst kontrollieren, doch sie griff plötzlich nach meinen Armen, zog mich heran und flüsterte mir ins Ohr: “Du bist zu spät“.
Nachdem sie diesen Satz fertig gesagt hatte, schlossen sich ihre Augen wieder und mir kam abermals ein Schrecken in die Glieder und zur selben Zeit zogen sich wieder Wolken vor die hell strahlenden Sterne und verdeckten diese.
Ihr Kopf fiel auf die Seite und ihre Hände erschlafften. Ein sicheres Zeichen für mich, dass alles zu spät war. Ich verlor so meine erste wirkliche Liebe und war verlassen im eiskalten, dunklen Wald.
Ich sank auf den Waldboden nieder und der Wind bewegte das Gras um mich herum immer stärker.
Es fing an zu regnen, doch ich wurde nicht nass, sondern hatte nur das Gefühl, gleich den Kältetod sterben zu müssen, wenn nicht von außen, dann zumindest von innen.
Ich schloss meine Augen und hoffte ich würde sterben, doch ich schlief bloß ein.

Als ich wieder erwachte, hörte ich meinen Radiowecker, mit den Nachrichten um 7:30.
Der Sprecher sagte, dass es der 7.10. sei, und ich merkte, dass alles nur ein Traum gewesen war, der dennoch äußerst real erschien.
Doch bemerkte ich erst nach etwa 3 Minuten, dass ich in 5 Tagen 21 Jahre alt werden würde, was seltsamerweise in meinem Traum auch zutraf, außerdem war mein Bett nass geschwitzt, was noch nie zuvor passiert war.
Ich meldete mich bei meinem Arbeitgeber krank, auch wenn ich dafür an meinem Geburtstag arbeiten sollte, um dem Traum auf den Grund zu gehen.
Als ich mich dann endlich regenfest angezogen hatte, ging ich eilends in den Wald, den Weg aus meinem Traum entlang. Es wurde grade hell, weshalb ich es deutlich einfacher hatte, auf dem Weg voranzukommen. Nach eineinhalb Stunden kam ich wieder an der dunklen Pforte zum schwarzen Nichts aus meinem Traum an. Ich ging darauf zu, bemerkte etwas in meinem Augenwinkel funkeln und drehte mich um.
Im Schlamm lag mein Personalausweis genau da, wo ich im Traum angehalten hatte um mir noch mal zu überlegen, ob ich wirklich durchgehen sollte, doch das schockierende war, dass ich niemals zuvor in der Realität hier stand, es die letzten Tage keinen Tropfen vom Himmel gegeben hatte und dass es trotzdem Schlamm war, der sich um und auf meinem Personalausweis gesammelt hatte. Ich wurde stutzig, nahm ihn wieder an mich und ging geradewegs den Weg aus dem Traum entlang. Nach einer halben Stunde, die mir wesentlich kürzer erschien, als in meinem, kam ich wieder auf die Lichtung.
Abermals geblendet, diesmal von der Sonne, sah ich nichts. Ich hatte ja durch meinen freien Tag genügend Zeit um zu warten, bis meine Augen wieder etwas wahr nahmen, also lehnte ich mich an einen Baum und ließ die kleinen Wolken vorüberziehen.
Als ich wieder alles sah, wie es aussehen sollte, begab ich mich zu dem Stein auf dem dieses rätselhafte, engelsgleiche Mädchen in meinem Traum lag, doch ich fand sie nicht vor.
Ich schaute überall in den Ruinen, ob es irgendwelche Spuren von ihr gab, doch fand ich nur ein kleines Grabkreuz vor einem riesigen Baum im Zentrum der Lichtung.
Es stand darauf nur, dass der Name und das Alter eines Mädchens unbekannt war und dass sie 1989 am 7.10. tot aufgefunden wurde. Keine weiteren Angaben konnte ich erkennen.
Mit dieser Gewissheit ging ich den Weg aus dem Traum weiter und kam tatsächlich nach einer viertel Stunde gegenüber der Straße heraus, an deren anderem Ende ich wohnte.
Als ich an den Läden vorbei ging, die Schaufenster zur Straße hin hatten, meinte ich ständig, das Mädchen mit weißen Schwingen am Himmel durch die Spiegelung zu sehen, doch als ich dann wirklich hoch schaute, sah ich nichts, außer Vögeln und hin und wieder einem Flugzeug, das in Richtung Horizont flog.
Ich dachte nochmals über den Satz von ihr in meinem Traum nach und ging dabei an einem Schreibwarenladen vorbei, in dem mir ein Kalender ins Auge sprang.
Der Geistesblitz kam sehr unerwartet. Ich würde in 5 Tagen 21, wurde am 12.10.1989 geboren und es lagen nun 5 Schaltjahre dazwischen. Wenn ich nun diese 5 zusätzlichen Tage abziehen würde, käme heraus, dass ich dieses Jahr heute Geburtstag hätte.
Ich rannte so schnell ich konnte zu meiner Großmutter am anderen Ende der Stadt und fragte sie, ob sie ein Mädchen gekannt hätte, wie ich es schilderte, sie bejahte, aber konnte mir ihren Namen nicht sagen, sondern nur dass sie mit 18 als vermisst gemeldet wurde, nachdem sie lange Zeit meiner Mutter, die zu der Zeit mit mir schwanger war, versorgt hatte.
In meinem Eifer bedankte ich mich bei ihr, sprintete zum nächsten Blumenladen und kaufte dort eine Azurblaue Rose, auch wenn sie sehr teuer war.
Die Zeit verging kaum, bis ich wieder auf der Lichtung vor ihrem Grab stand und ihr diese Rose widmete.
Seither bringe ich ihr jedes Jahr eine Rose im Glauben an sie und ihren Schutz über mich.



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