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Und er sprang mit einem Lächeln auf den Lippen,



Hinab in die tiefe Schwärze der Nacht.



Dies sollte der letzte Sprung in seinem Leben,



Diesem gesamten Leben sein.



Von seiner Geburt bis jetzt,



Durchlebte er jede einzelne Sekunde



Von Neuem und in einem Zeitraffer,



Der schneller war als alles davor,



Gleichzeitig aber das langsamste war,



Was er jemals erlebt hatte.



Seine Kindheit war geprägt von vielen Krankheiten,



Von Einsamkeit und von Vorfreude



Auf den nächsten Tag.



Der erste Schultag war das



Glück überhaupt für ihn, aber



Dann folgten viele Jahre von



Immer wiederkehrendem Alltagstrott.



Die Schule verlor ihren Platz,



Den Mittelpunkt in seinem Leben,



Der dann von seiner ersten



Großen Liebe für wenige Tage



Abgelöst wurde, bis dann,



An jenem Tag, er fuhr mit seinen



Eltern im Auto, um im Möbelmarkt



Neue Schränke für sein Zimmer



Zu holen, als es geschah.


Der Vater saß am Steuer,



Sie fuhren auf der Autobahn,



Vor ihnen im Auto saß sie,



Auf der Rückbank, so wie



Er bei seinen Eltern hinten



Saß und nach vorne schaute.



Es war sehr windig und die



Fahrbahn war vom Schauer



Davor noch ziemlich nass und



Rutschig. Ein Laster wollte



Überholen, aber ein Motorrad



War schneller auf der Spur und



So musste der Laster ausweichen,



Er konnte alles beobachten, bis



Das Auto vor ihnen in die



Leitplanke einbog und sich



Mehrfach überschlug. Sein Vater



Setzte die Warnblinker und fuhr



Rechts ran, seine Mutter rief die



Polizei und den Rettungswagen



Mit ihrem Handy herbei. Alle



Fahrzeuge kamen zum Stillstand,



Bis auf den Laster. Er fuhr über



Den Motorradfahrer und stellte



Sich dann noch quer, sodass zwei



Weitere Autos ineinander krachten.



Dies war die letzte Minute des Lebens



Seiner ersten großen Liebe, mit der



Er nie ein Wort gesprochen hatte.



Als er den Schock verdaut hatte,



Fing er an, Fahrstunden zu nehmen,



Für den Autoführerschein, den er



Die letzten Jahre seines Lebens so



Gefürchtet hatte. Mit der Prüfung



Am Ende seiner Fahrstunden



Öffnete sich für ihn eine ganze



Neue Welt voller Technik und



Geschwindigkeit. Ein Jahr später



Bekam er schließlich sein eigenes



Auto, mit dem er noch am gleichen



Abend zu einer Feier fuhr. Er hatte



Sich geschworen, keinen Schluck



Alkohol anzurühren, oder dann



Wenigstens kein Auto mehr fuhr,



Denn er war vernünftig. So kam es



Dann, dass er in diesen fünf Stunden



Keinen Schluck Flüssigkeit außer



Wasser zu sich nahm, weil in allen



Anderen Getränken Alkohol zu



Finden war. Er setzte sich in sein



Auto, als die Party vorbei war.



Dann fuhr er los, erst rechts herum



Auf die Hauptstraße und dann über



Die Ampel auf die Umgehungsstraße,



Zumindest war es so geplant von ihm.



Ein Raser, betrunken, wie man später



Heraus fand, ist über die rote Ampel



Gefahren und hatte nicht einmal die



Scheinwerfer an, weshalb er ihn nicht



Sehen konnte, bis es zu spät war.



Er wachte zwei Monate später im



Krankenhaus auf, glücklich, dass



Er noch lebte, aber voller Hass auf



Den Raser, der ihn lieber hätte



Umbringen sollen. Aber der Raser



War tot, erstickt durch ein Stück



Seines Airbags, das bei dem harten



Aufschlag sich aus dem Stoff löste.



Er konnte sich nicht bewegen, auch



Die Doktoren hatten große Probleme,



Seine gebrochene Wirbelsäule und die



Gerissenen Muskeln zum Verheilen zu



Animieren, denn die komplette



Blutversorgung war lange unterbrochen,



So lange, bis nach vierzig Minuten nach



Dem Unfall ein Feuerwehrmann das



Lenkrad aus seinem Bauch hebeln konnte



Und ihm so das Leben rettete. Die



Therapeuten hatten zumindest die



Muskeln nicht verkümmern lassen,



Aber seine kompletten Fähigkeiten



Musste er vom Brustkorb abwärts



Erst neu erlernen, da dort alles was an



Nerven vorhanden gewesen war,



Beschädigungen davon getragen hatte.



Er hatte kein Gefühl mehr in den Beinen,



Konnte nicht einmal seine Muskeln



Am Bauch dazu bewegen, auch nur



Das geringste Zeichen von Leben zu



Zeigen. Er hatte keine Lust mehr, in



Diesem Leben zu verweilen, nachdem



Er in beinahe vier Jahren wieder laufen



Lernte und nicht einmal Fahrrad fahren



Durfte. Jeden Tag nagte aufs Neue die



Sehnsucht nach dem Fahrtwind an ihm



Und nach einem weiteren Jahr konnte



Er endlich seine Therapeuten davon



Überzeugen, auf einem Dreirad das



Fahrradfahren wieder zu lernen.



Für eine lange Zeit genügte ihm das,



Aber nach und nach wollte er wieder



In sein altes Leben zurück finden, in



Dem er sehr Aktiv war und sogar an



Kletterwänden mit Leichtigkeit umher



Kam. Schließlich durfte er wieder



Schwimmen gehen, mit einer dicken



Schutzkleidung. Er hielt sich immer



Über Wasser, ohne dass er diese Hilfe



Überhaupt benötigte. Eines Abends



Schlich er sich aus seinem Zimmer



Und ging durch die Tür zum Becken.



Er kletterte an der Metallverstrebung



Der Wände hoch, bis er am runden



Kuppeldach recht genau über dem



Wasser war. Er wusste, dass es sehr



Gefährlich war, besonders im Dunkeln,



Wo ihn keiner vermutete und wo er



Ganz allein war mit sich und seinen



Gedanken. Dies würde das Ende



Bedeuten für ihn, so oder so, denn



Spätestens wenn die Therapeuten



Heraus fanden, was er getan hatte,



Würde er wieder an den Rollstuhl



Gefesselt und bis in alle Ewigkeit



Verdammt, dort zu bleiben. Er nahm



Einen letzten Atemzug und ließ los



Und er sprang mit einem Lächeln auf den Lippen,



Hinab in die tiefe Schwärze der Nacht.



Dies sollte der letzte Sprung in seinem Leben,



Diesem gesamten Leben sein.



Von seiner Geburt bis jetzt,



Durchlebte er jede einzelne Sekunde



Von Neuem. Er erkannte im Gang



Lichter, die an gingen und zwei



Gestalten kamen zum Beckenrand



Gestürmt, laut rufend, doch es war



Schon lange zu spät. In seinen



Letzten Sekunden erklang in



Seinem Kopf ein Lied, das er



Zuletzt im Radio im Auto gehört



Hatte. Das war das Ende dieses



Lebens. Des Lebens in völliger



Gefangenschaft an diesem Ort.



Die wenigen Sekunden des



Fallens hatten ihm gereicht, um



Sich über all das hier klar zu werden



Und er fing an, sich in der Luft zu



Drehen. Er wirbelte die letzten



Meter zum Wasser herunter und dann





Tauchte er mit einem Salto in das kühle Wasser ein, wie früher, einige Wochen vor seinem Unfall. Er schwamm im flachen Wasser zu den Therapeuten, und kletterte mit eigener Kraft am Beckenrand hinauf. Dann rannte er vor ihnen weg, fühlte sich wie neu geboren. Das eben war das Ende seines Lebens, seines alten, brüchigen Lebens und der Neuanfang seiner Jugend.



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