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Lange schon starrte sie aus dem Fenster, ihr Gepäck lag über ihr auf der Ablage und das Handy beschwerte sich über fehlenden Strom. Landschaften zogen vorbei, viele Landschaften. Blühende Felder, öde Äcker, karge Felsen. Hin und wieder rauschte auch ein Zug direkt vor ihr vorbei. Sie merkte nichts davon.
Der Winter war mild und der Frühling spross auf dem Land, die Weidekätzchen zeigten ihre weiße Pracht, die Trauerweiden wogten im Wind, die ersten Blätter schossen aus den Bäumen.
„Nächster Halt“, schallte es aus den Lautsprechern und sie schaute hinaus auf einen Bahnhof, bedeckt von Nässe. Das Schild wies den falschen Namen auf und so schaltete sie wieder ab.
Der Zug setzte sich wieder in Bewegung, neue Gesichter setzten sich und alte waren draußen verschwunden.
„Junge Frau, darf ich mich setzen?“, fragte eine ältere Dame und sie nickte bloß.
Sie spürte eine feuchte Tasche an ihrem Bein und dann schaute sie auf.
Ihr gegenüber saß eine alte Dame mit tiefen Furchen im Gesicht auf dem grünen Sitzpolster. Der orangefarbene Hut biss sich mit den roten Streifen auf dem rosa karierten Mantel. Die grauen Stiefel gingen bis zu den Knien und rostige Ringe an der Hose lachten ihr entgegen.
Die ganze Person, die ihr gegenüber saß, machte einen sehr eigenwilligen Eindruck und der Kontrast zu dem grünen Polster verstärkte dies noch mehr.
Sie schaute zu der Tasche hinab, braun und blau mit bunten Aufnähern von gelben Bären, roten Elefanten und allerlei seltsamen Fabelwesen. Die Tasche war durch und durch nass und eine Pfütze bildete sich unter ihr.
Die alte Dame lächelte ihr zahnlos zu und dann folgte die nächste Durchsage. „Wegen eines Überholvorganges muss dieser Zug im nächsten Bahnhof für eine viertel Stunde stehen bleiben.“
Ihre Augen fingen an zu zucken und schnell wand sie ihren Blick wieder dem dichten Wald vor den Fenstern zu.
„Mir ging es damals genau so. Ich wollte zu meinem Freund, er musste umziehen und so wohnte er über 200 Kilometer weg von mir. Die Reise war lang, aber eine alte Schrulle hat mir einen Ring geschenkt, der später mein Ehering wurde.“, sagte die alte Dame und fingerte sich in der Manteltasche herum.
„Bitte, ich will nichts.“, sagte sie gegen das Fenster, doch die alte Dame hörte nicht hin.
Schließlich zog die Dame eine Schleife aus der anderen Manteltasche. „Er ist an Aids gestorben.“, legte die rote Schleife auf den Sitz, nahm ihre Tasche und verschwand im Gang.
Sie schaute die Schleife an und bemerkte an ihr einen Ring mit einem eingelassenen Diamanten.



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